Jahresthema 2021/2022

Seit Beginn der Corona-Pandemie ist geboten, Abstand von unseren Mitmenschen zu halten. Was epidemiologisch wichtig ist, hat tief in unser Leben und die Struktur unserer Gesellschaft eingegriffen: wirtschaftlich, kulturell, persönlich, psychisch. Wir wollen dies zum Anlass nehmen, die Phänomene des Abstands aus ganz unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten: Was bedeutet Isolation und Distanz für den Menschen, der aufs Soziale ausgerichtet ist? Wie prägte Abstand Gesellschaft en in der Vergangenheit? Wie viel Nähe lassen unterschiedliche Kulturen überhaupt zu? Was bringt und was macht die Digitalisierung mit uns angesichts einer technisch machbaren, aber auch notwendigen Vereinzelung? Wieviel Abstand ist nötig bzw. möglich zum Beispiel im Verhältnis zu Tieren oder beim Wohnen? Was ist der Preis, den wir dafür zahlen Abstand zu halten, ökologisch und sozial? Kann spiritueller Abstand heilsam sein? Wo ist Abgrenzung und Abstand zu anderen nötig und wo müssen wir lernen, wieder mehr Nähe zu erzeugen, um im wahrsten Sinne des Wortes Abstand vom Abstand zu nehmen? Wir wollen die Wissenschaft en, die Künste, aber auch die Technik befragen, um schließlich auch das Gemeinsame statt das Trennende im Abstand zu suchen.